StillenAls mein Mann und ich unsere Tochter nach der Geburt zu uns nach Hause fuhren, war sie ca.3 Wochen alt und an Flaschennahrung gewöhnt. Ich hatte eine Spontangeburt, sie verlief ziemlich zügig und gut. Allerdings infizierte sich mein Mädchen im Geburtskanal und mußte antibiotisch behandelt werden. Da ich wenig Milch hatte und das Abpumpen schlecht funktionierte, waren die Krankenschwestern gezwungen, unser anfangs sehr hungriges Kind mit der Flasche zu füttern.

Endlich zu Hause angekommen, paßte uns ihre Ernährung keinesfalls. Wir waren zu zweit den ganzen Tag nur mit Mäuschens Ernährung beschäftigt: Anlegen zum Stillen, Abpumpversuche, Flaschen auskochen, ein wenig abgepumpte Muttermilch verfüttern und danach noch Flaschenmilch füttern. Meine Hebamme gab uns Tipps und animierte mich sehr durchzuhalten. Nach mehreren Tagen beschlossen wir, das Abpumpen wegzulassen und die Kleine tagsüber sehr häufig anzulegen, damit mein Milchfluß besser in Gang käme. Das nächtliche Aufwecken unseres Kindes zum Stillen haben wir sehr schnell eingestellt, da wir ihren guten Schlaf nicht stören wollten. Das war auch besser so. Ich habe verschieden Stillstellungen ausprobiert, mit Stillhütchen gearbeitet und irgendwann alles verworfen.
2 Tage, bevor mein Mann wieder arbeiten mußte, sagte ich zu meiner Tochter: "Du, Mama weiß sich keinen Rat mehr. Bitte trinke doch meine Milch. Das ist gut für Dich, hält Dich gesund (Immunkörper) und macht Spaß und ist kuschelig. Mama bedeutet es sehr viel." Am nächsten Tag klappte es schon viel besser und am 3.Tag nach dem Mutter-Kind-Gespräch stillte ich voll und mein Mann konnte beruhigt seine Arbeit wieder aufnehmen.
Nach diesem Erlebnis bin ich fest davon überzeugt, daß die Kleine die Lage voll erfaßt hat und mir zeigen wollte: "Mama, ich kann das doch!" Es ging ohne Abpumpen, ohne Stillhütchen, einfach so.
Ich stillte knapp 6 Monate voll und habe dann langsam abgestillt. Ich glaube, es hat uns allen gutgetan und es ist sehr praktisch, da das wohltemperierte Essen immer dabei ist. Ich würde es jederzeit wieder tun. R.B.